Gemeinderatssitzung Herzogenbuchsee – September 2026
Sporthalle und Kindergärten: Kreditabrechnung Dächer-Absturzsicherung
Der Gemeinderat hat am 16. Juni 2025 einen Verpflichtungskredit in der Höhe von 45’000 Franken für das Erstellen von Absturzsicherungen auf dem Sporthallendach sowie auf den Kindergärtendächern genehmigt. Gekostet haben die in der Zwischenzeit realisierten Massnahmen gemäss der nun vorliegenden Abrechnung 40’158 Franken.
Begründet wird die Kreditabweichung mit der Tatsache, dass in vorbildlicher Zusammenarbeit mit dem ausführenden Unternehmen vor Ort günstigere Lösungen für die jeweiligen Dächer gefunden wurden. Auch wurde die eingeplante Reserve nicht benötigt. Der Gemeinderat hat die Abrechnung an seiner Sitzung Mitte September zur Kenntnis genommen und genehmigt.
Kredit bewilligt: Beleuchtung auf LED umrüsten
Die Gemeinde Herzogenbuchsee hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2027/2028 sämtliche öffentliche Beleuchtungen auf LED umzurüsten. Bei der Strassenbeleuchtung läuft die Umstellung schon seit mehreren Jahren in Tranchen. Im Bereich Liegenschaften ist geplant, dass bis 2027/2028 sämtliche Leuchtmittel in allen gemeindeeigenen Gebäuden und Sonderbauwerken mit LED-Licht ausgestattet werden.
Ökologisch und ökonomisch sinnvoll
Die Umstellung auf LED-Technologie macht sowohl ökologisch wie auch ökonomisch Sinn. Moderne LED-Leuchten verbrauchen deutlich weniger Strom und es ist bekannt, dass nach der Umstellung die Unterhaltskosten signifikant sinken, so dass die Investition in rund 20 Jahren amortisiert sein dürfte.
Für das laufende Jahr sind im Budget in der Investitionsrechnung 190’000 Franken für die Umrüstung eingestellt. Die Baukommission geht für die letzte Tranche der Umrüstung von Kosten von lediglich 170’000 Franken aus. Dem entsprechenden Antrag hat der Gemeinderat Mitte September zugestimmt.
UeO Biblis II: Teilüberbauungsordnung verabschiedet
Auf einem rund 13’000 Quadratmeter grossen Areal im östlichen Bereich der Zone mit Planungspflicht ZPP G Biblis II beabsichtigen die UFA AG und die Florin AG neue Produktions- und Lagerbauten zu erstellen. Bei den neuen Anlagen handelt es sich einerseits um eine Getreidesammelstelle der Firma UFA AG, welche die bestehende Sammelstelle am Bahnhof Herzogenbuchsee ersetzt und andererseits um ein Speiseölpresswerk der Firma Florin AG. Die beiden Anlagen bilden Synergien mit den bereits bestehenden Anlagen und Lagerkapazitäten sowie dem bestehenden Bahnanschluss in den Gebieten Byfang und Hofmatt. Mit dem Erstellen einer Teil-Überbauungsordnung sollen die Voraussetzungen für die Schaffung der geplanten Bauten und Anlagen geschaffen werden.
Synergien vorhanden
Der Standort im Norden von Herzogenbuchsee eignet sich optimal für den Bau einer zentralen Getreidesammelstelle für das Mittelland. Das Verschwinden der Sammelstelle aus dem Zentrum von Herzogenbuchsee macht eine Überbauung des Areals Bahnhof West erst möglich. Die Möglichkeit zur künftigen Nutzung der Synergien mit dem bereits bestehenden Mischfutterwerk sowie der vorhandene Bahnanschluss unterstreichen die Vorteile dieses Standortes zusätzlich. Synergien entstehen auch für die beiden Unternehmen UFA und Florin: Sie können ihre Zusammenarbeit bei der Weiterverarbeitung der Ernteprodukte optimieren. Nicht zuletzt werden auch die Transportfahrten zwischen den jetzigen, unterschiedlichen Standorten reduziert. In Herzogenbuchsee will die Florin AG jährlich bis zu 68’000 Tonnen Ölsaat aus dem Lager der Getreidesammelstelle zu Speiseöl verarbeiten. Während das Speiseöl in den Tanks bis zum Abtransport gelagert wird, wird der Ölpresskuchen zur Beimischung in das Tierfutter in den Kreislauf des Mischfutterwerks im Gebiet Hofmatt weitergegeben.
Für die Getreidesammelstelle mit einer Kapazität von 20’000 Tonnen, respektive 40’000 Kubikmeter, sind Silobauten mit einer Höhe von maximal 45 Meter vorgesehen. Geplant sind Rundtanks für Kleinmengen von Nischenprodukten sowie grössere Lagervolumen für die Lagerung von Getreide für die Sicherung der Landesversorgung. Für die Lagerung des Speiseöls sind total 14 Tanks mit einem Gesamtvolumen von 12’000 Kubikmeter geplant.
Wirkung auf Landschaftsraum
Die Qualitätsstandards der Bauten wurde in einem parallel zur ersten Vorprüfung im Herbst 2023 durchgeführten Workshopverfahren festgelegt, wobei im Wissen um die Wirkung für den Landschaftsraum die Qualitätsmerkmale aus dem Hochhauskonzept der Gemeinde übernommen wurden. Entsprechend wird der Hauptbau der Getreidesammelstelle als kompaktes Volumen mit wenig Fassadenrückversätzen und mit einer vertikalen Gliederung ausgestaltet, während das Speiseölpresswerk durch eine rasterförmige Fassadengestaltung geprägt wird.
Genehmigt und zu Handen des AGR verabschiedet
Nach der Vorprüfung durch das Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) sowie einer öffentlichen Auflage Ende 2025 konnte der Gemeinderat Mitte September die Planungsunterlagen für die Teil-UeO Biblis II mit den aufgrund der eingegangenen Genehmigungsvorbehalten vorgenommenen Änderungen definitiv genehmigen und dem AGR zur Genehmigung überweisen. Die nächste Möglichkeit für die betroffenen Anwohner, ihre Anliegen einzubringen, besteht damit im Rahmen der öffentlichen Auflage des Baugesuchs.
270’000 Franken für neue E-Wischmaschine
Ein jederzeit voll einsatzfähiger und zuverlässig funktionierender Fahrzeugpark ist für den Werkhof unumgänglich. Nur so kann der Unterhalt vollständig und zufriedenstellend erfüllt werden. Entsprechend hat die Bauabteilung zusammen mit dem Werkhof eine Unterhalts- und Ersatzbeschaffungsplanung erarbeitet, welche auch in die Investitionsplanung einfliesst.
Wie bereits länger bekannt, ist die aktuelle Wischmaschine am Ende ihrer Lebensdauer angelangt und wird bis Ende Jahr vollständig abgeschrieben sein. Das Fahrzeug ist seit neun Jahren intensiv in Herzogenbuchsee sowie in Ober- und Niederönz im Einsatz und kommt auf 7'800 Betriebsstunden. Bereits mussten einige kostspielige Instandstellungen ausgeführt werden; weitere grosse Reparaturen rechnen sich nicht mehr.
E-Wischmaschine: Ökologisch ...
Gemäss der erwähnten Ersatzbeschaffungsplanung ist für das kommende Jahr 2027 eine Investition von 300’000 Franken für die Beschaffung einer neuen Wischmaschine vorgesehen. Trotz den im Vergleich zu einer herkömmlichen Maschine höheren Anschaffungskosten hat sich die Baukommission anfangs Jahr für den Erwerb einer Elektrowischmaschine ausgesprochen. Anders als bei einem Kommunalfahrzeug, das auch im Winterdienst eingesetzt wird, muss eine Wischmaschine nicht zwingend innerhalb kurzer Zeit die volle Leistung erbringen. Eine Ladepause ist jederzeit möglich, weshalb ein E-angetriebenes Fahrzeug hier durchaus Sinn macht. Das bestätigen auch Erfahrungen aus anderen Gemeinden, bei denen bereits Elektrowischmaschinen im Einsatz stehen.
… und ökonomisch überlegen
Dafür spricht auch die Kostenbilanz: Die offerierte Elektro-Version der Wischmaschine ist in der Beschaffung um 96'000 Franken teurer als eine vergleichbare Diesel-Variante. Dafür fallen über die erwartete Nutzungsdauer von zehn Jahren um 55’000 Franken tiefere Wartungskosten an, und es wurde eine Energiekostenersparnis von 125’000 errechnet (beim aktuellen Energiepreisniveau). Daten, die eindeutig zeigen, dass die tieferen Betriebskosten eines E-Fahrzeuges die teurere Beschaffung über die Lebensdauer nicht nur rechtfertigen, sondern dass gar ein Kostenersparnis über die Zeitspanne erwirtschaftet werden kann.
Gemeindeversammlung entscheidet
Mit der Aussicht auf den Verkauf der alten Maschine und aufgrund von Konkurrenzofferten beantragte die Finanzkommission eine Kürzung des Kredits gegenüber der Investitionsplanung auf 270’000 Franken. Der Gemeinderat ist diesem Antrag gefolgt und hat den entsprechenden Kredit am 14. September genehmigt.
Das letzte Wort hat die nächste Gemeindeversammlung. Sie wird am 9. Dezember über die Kreditvorlage entscheiden.